Interview: Conrad Fritzsch über die mobile Zukunft von tape.tv.

von Florian Treiß am 06.Juni 2012 in Interviews

„IPTV ist ‚lean back and enjoy‘, Android und iPhone sind ‚watch on the go‘ und Tablet bedeutet ‚dive in and discover'“, sagt Conrad Fritzsch, Gründer von tape.tv, über die Nutzungsszenarieren verschiedener Technologien. Auch wenn klar ist, dass sein Online-Musikfernehen auf Mobilgeräten nutzbar sein muss, so stellt sich dies für tape.tv nicht ganz einfach dar: Conrad Fritzsch moniert, dass es für mobile Inhalte bisher noch kein wirkliches Geschäftsmodell gibt. Im Vorfeld des MLOVE ConFestival Europe 2012 vom 27. bis 29. Juni in der Nähe von Berlin (10% Rabatt bei Angabe des Codes MLOVE12-Europe bei der Registrierung), wo Conrad Fritzsch über das Musikfernsehens des 21. Jahrhunderts referieren wird, haben wir mit ihm über die Ausweitung der Crossplattform-Strategie von tape.tv gesprochen.

mobilbranche.de: Herr Fritzsch, herzlichen Glückwunsch erstmal zur Investorenrunde, in der Sie vor wenigen Tagen 5 Mio Euro frisches Kapital eingeworben haben. Wieviel davon fließt denn ungefähr in den Ausbau des mobilen Angebots von tape.tv und wie wird das Geld ansonsten verwendet?

Conrad Fritzsch: Das Geld wird für unsere Internationalisierung und den Ausbau unserer Crossplattform-Strategie verwendet. Außerdem werden wir den bisher beschrittenen Weg, gemeinsam mit Künstlern exklusive Inhalte zu produzieren, fortführen. Mobile Endgeräte sind ein teil dieser Strategie.

mobilbranche.de: Sie sind einer der Speaker auf dem MLOVE ConFestival und wollen dort darüber sprechen, wie das Musikfernsehen des 21. Jahrhunderts aussehen soll. Können Sie uns einen kurzen Ausblick geben: Wie sieht das Musikfernsehen der Zukunft aus Nutzersicht aus und welche Rollen spielen hierbei PC, Smartphone, Tablet und Smart TV?

Conrad Fritzsch: Generell unterscheiden sich die Devices durch folgende Aspekte: IPTV ist „lean back and enjoy“, Android und iPhone sind „watch on the go“ und Tablet bedeutet „dive in and discover“. Für alle drei muss gelten: volle Integration aller sozialen Medien, wirkliche Personalisierung und Lösungsangebote für den Second Screen. Mit einem Wort: Musikfernsehen in der Zukunft vereinbart alle Trends des Netzes – Entertainment, Gaming, Social, etc. zu einem echten Service.

mobilbranche.de: Wie stark ist denn heute der Anteil der mobilen Nutzer von tape.tv und was erwarten Sie hier in Zukunft? Sie haben ja bereits eine „kreative mobile Lösung für Fernsehen“ angekündigt.

Conrad Fritzsch: Bisher schauen die meisten User tape.tv auf ihrem Rechner. Mehr und mehr greifen aber auch mobil auf tape.tv zurück. Das Problem hierbei ist, dass es für mobile Inhalte bisher noch kein wirkliches Geschäftsmodell gibt, sieht man mal von Bannern und Pre-Rolls ab. Es ist also noch etwas hin, bis man auf einem mobilen Device wirklich adäquat Entertainment konsumieren kann. Wir werden im Herbst jedenfalls unsere Antwort auf diesen Umstand präsentieren.

mobilbranche.de: Wieso findet man tape.tv bislang noch nicht auf jeder Plattform als native App? Erwarten dass die Nutzer von iPhone & Co nicht von einer so starken Marke wie tape.tv?

Conrad Fritzsch: Ja. Siehe oben. Wir müssen aber halt auch eine Lösung finden, bei der auch für die Künstler Revenues entstehen.

mobilbranche.de: Im Zuge der aktuellen Investorenrunde sagten Sie, tape.tv wolle auch sozialer werden und habe die Mission „Closing the missing social link“. Wie ist das genau zu verstehen?

Conrad Fritzsch: tape.tv-Nutzung entsteht sehr stark über Empfehlungen. Redakteure empfehlen, Freunde empfehlen, mein digitaler Footprint empfiehlt mir, was ich mag. Daraus entsteht ein Kreislauf. Ich sehe auf tape.tv ein Video, empfehle es Freunden, die können es wiederum sehen, aber nicht mobil. Dadurch zerbricht der Kreislauf. Deshalb brauchen wir tape.tv auf allen Devices, um den Viraleffekt von Empfehlungen zuzulassen und nicht zu zerstören.

mobilbranche.de: Vielen Dank für das Interview!

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