Gastbeitrag: Thomas Winkler von itCampus über Apples Entwicklerkonferenz WWDC.

von Gastautor am 15.Juni 2012 in Interviews

Thomas Winkler, Mobile-Experte und Apple-Fan, ist seit 2006 regelmäßig auf der WWDC, der World Wide Developers Conference von Apple. Der 34-Jährige verantwortet bei der Leipziger itCampus GmbH die Weiterentwicklung der Expertise-Bereiche Mobile Business Solutions, Agile Development Consulting sowie UI-Design & UI-Development. In den folgenden Zeilen schildert er die Stimmung auf der diesjährigen Apple-Entwicklerkonferenz.

Zum sechsten Mal erlebe ich nunmehr live die Apple World Wide Developers Conference (WWDC) in San Francisco. Und dabei wäre ich dieses Jahr beinahe nicht dabei gewesen. Nur zwei Stunden hatte es gedauert, bis die Veranstaltung komplett ausverkauft war. Wahrscheinlich gab es schon keine Tickets mehr, als Apple die offizielle Ankündigung per Mail verschickt hatte oder in vielen Ländern überhaupt die Sonne aufgegangen war. In Deutschland gingen ca. 14 Uhr die Nachrichten über den Verkaufsstart ein. Viele Entwickler, u.a. im Silicon Valley, haben da noch geschlafen. Interessanter als die – letztlich allgemein richtig vorhergesagten – Ankündigungen der diesjährigen Keynote war deshalb zunächst die Frage, wer überhaupt ein Ticket bekommen würde.

Warteschlangen & überlastetes WLAN

Warteschlangen prägen das Bild der WWDC: Bis zu 15 Stunden standen die Teilnehmer an, um die Keynote live zu erleben.

Durch den zeitlichen Vorteil begünstigt, sind zumindest viele der langjährigen deutschen Teilnehmer der Community wieder dabei. Ganz im Gegenteil zu vielen amerikanischen. Es wurde deshalb spekuliert, ob Apple nicht noch bis zu 500 Teilnehmer aus den USA zusätzlich für die Veranstaltung zugelassen hatte. Die Länge der Warteschlangen zu den Sessions, das mitunter fehlende Essen zum Mittag oder das ungewohnt überlastete WLAN könnten durchaus Belege dafür sein. Es wird von Jahr zu Jahr deutlicher, dass Apples bisheriges Konzept der WWDC nicht mit dem Erfolg der Plattform skaliert. Ein vieldiskutiertes Thema unter langjährigen Teilnehmern war deshalb die Zukunft der WWDC an sich.

Wie kann Apple künftig eine Konferenz ausrichten, die den Ansprüchen von Experten und dem großen Interesse von Einsteigern oder Erstteilnehmern gerecht wird? Die Spekulationen gehen bis hin zur Verlosung der Tickets, eine Lösung, die man sich in diesem Kontext und für diesen Typ von Veranstaltung nur schwer vorstellen kann. Für die Entwicklerkonferenz der führenden Technologiefirma der Welt, bei der sich Teilnehmer 15 Stunden vor Beginn der Keynote in der Warteschlange am Moscone Center anstellen um live dabei zu sein, muss es eine innovativere Lösung geben. Am größten ist jedoch bei vielen die Angst, im nächsten Jahr gar kein Ticket zu bekommen.

Evolution statt Revolution

Das Moscone Center ist in dieser Woche Zentrum der Apple-Welt.

Die Ankündigungen der diesjährigen WWDC können am besten mit „Evolution statt Revolution“ zusammengefasst werden. Wo viele Endanwender vielleicht mehr Revolution erwartet hätten, bieten iOS 6 und Mountain Lion für Entwickler mit einigen Verbesserungen und ein paar wenigen neuen APIs das erhoffte Maß an Evolution. Die Stabilisierung und Verbesserung wird durch die Community mehr geschätzt als immer wieder neue APIs. Denn insbesondere iCloud hatte vielen Entwicklern im letzten Jahr noch große Probleme bereitet.

Die Vorstellung des neuen MacBook Pro wurde unter den Teilnehmern als voller Erfolg gewertet. Am Mittwoch verkaufte der Apple Store San Francisco die ersten Geräte an WWDC-Teilnehmer. Das Retina-Display allein lohnt dabei den Kauf, auch wenn bisher nur die wenigsten Anwendungen dafür optimiert wurden. Es werden sich jedoch neue Herausforderungen aus der Verwendung von Retina-Displays ergeben. Apple hat in diesem Jahr erstmals eine Session zur Optimierung von Webinhalten für Retina angeboten – ein Thema, dem sich meiner Einschätzung nach in absehbarer Zeit nicht nur Apple Entwickler stellen müssen.

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