Gastbeitrag: Nur 14% der über 200.000 Apps für Unternehmen sind tatsächlich relevant.

von Gastautor am 05.Juni 2012 in Interviews, Trends

Die Anzahl der mobilen Applikationen für Unternehmen hat sich im letzten Jahr von 100.000 auf 200.000 verdoppelt, so der neue Bericht Enterprise Mobile App Market Status Report 2012 von research2guidance. Doch nur 14 Prozent dieser über 200.000 mobilen Apps für Unternehmen sind tatsächlich relevant, so der Berliner Mobile-Marktforscher in einem Gastbeitag für den Fachdienst mobilbranche.de.

In naher Zukunft wird es mit Sicherheit einen Markt für mobile Unternehmens-Apps geben. Zentrale Funktionen wie Sales oder Dienstleistungen werden dann über mobile Apps abgebildet sein. „Was wir heute sehen ist nur die Spitze des Eisbergs“ sagt Ralf-Gordon Jahns, Research Director bei research2guidance, das soeben den Bericht „Enterprise Mobile App Status Report 2012“ publiziert hat. Im Anschluss an den Erfolg von mobilen Applikationen für Privatnutzer setzen nun auch immer mehr Unternehmen mobile Apps ein, um sich so beispielsweise besser mit Partnern, Kunden und eigenen Angestellten besser zu vernetzen.

Trotz des massiven Anstiegs an unternehmensrelevanten Apps in öffentlichen Stores ist es für Unternehmen immer noch extrem schwierig und zeitaufwändig, Apps mit hohem Wert für das Unternehmen zu identifizieren. „Die öffentlich zugänglichen mobilen Applikationen variieren aufgrund ihrer unterschiedlichen Funktionalitäten und ihrer Streuung über verschiedene Kategorien sehr in ihrem Wert für Unternehmen“, sagt Daiana Bassi, Analystin bei research2guidance. „Mobile Applikationen für Unternehmen, die in App-Stores frei zugänglich sind, können von digitalen Diktafonen, über CRM-Software bis zu Business-Intelligence-Lösungen reichen. Allerdings adressieren lediglich 14 Prozent dieser mobilen Apps wichtige Unternehmensfunktionen“. Das zeigt auch folgende Infografik:

Diese Unternehmens-Apps beschaffen sich die Unternehmen momentan hauptsächlich noch über interne oder externe Entwicklungsprojekte. Im Gegensatz dazu zielen sowohl etablierte Software-Entwickler als auch neue „mobile-only“-Entwickler auf diesen Markt momentan hauptsächlich über frei verfügbaren App-Stores. Traditionelle und neue Softwarehersteller gehen den Markt für mobile Unternehmens-Applikationen auf unterschiedliche Art und Weise an: Während erstere ihre bestehenden Lösungen für den Mobilfunk anpassen, konzentrieren sich letztere auf genuin mobile Lösungen. Aufgrund des jungen Marktes konnte sich bisher keine Strategie bzw. kein Anbieter durchsetzen.

Klassifiziert man die öffentlich verfügbaren Apps nach ihrem Mehrwert für Unternehmen ergeben sich folgende vier Gruppen:

Zentrale Unternehmens-Applikationen (hoher Mehrwert für Unternehmen):

  • Besitzen keine Funktionalitäten für Privatkonsumenten
  • Nicht mit einer bestimmten Branche oder Business verknüpft
  • Beispiel: SAP BusinessObjects Explorer

Business-Werkzeuge (mittlerer Mehrwert für Unternehmen):

  • Funktionen der App erhöhen die Produktivität
  • Kann von Privatnutzern ebenso genutzt werden wir von Business-Anwendern
  • Beispiel: Documents To Go® Premium Office Suite

Apps mit einem gewissen Potenzial für Business-Nutzung (niedriger Mehrwert für Unternehmen):

  • Kein exklusiver Unternehmens-Fokus, jedoch können App-Funktionen von Unternehmen genutzt werden
  • gewisser Unternehmens-Bezug vorhanden (z.B. Fachvokabular, Fremdsprache etc.)
  • Beispiel: Glossar für Fachvokabular einer Branche

Irrelevante oder falsch eingeordnete Apps (kein Mehrwert für Unternehmen):

  • Haben keinen Bezug zu zentralen Funktionen der die meisten Unternehmen
  • Sind fälschlicherweise in der App-Kategorie „Business“ bzw. „Wirtschaft“ eingeordnet
  • Beispiel: Ringtones Uncensored Pro

Der neue Bericht Enterprise Mobile App Market Status Report 2012 von research2guidance enthält weitere Einblicke, Metriken und Analysen zum Thema „Enterprise Mobility“.

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