Interview: Heiko Kasper über Call-Back von Sponsormob.

von Florian Treiß am 22.Mai 2012 in Interviews

Sponsormob, Spezialist für mobile Werbung aus Berlin, führt heute ein neues „Call-Back“-Produkt ein, durch das Verbraucher mit wenigen Klicks einen Rückrufwunsch angeben können, wenn sie ein für sie interessantes Produkt in einer mobilen Werbung gesehen haben. „Nicht immer möchten Konsumenten sofort anrufen. Eventuell befinden sie sich in der U-Bahn oder Ähnliches, wo ein ungestörtes Telefonat nicht gewährleistet ist“, erläutert Heiko Kaspar, Director of Business Development bei Sponsormob, die neue Lösung für Werbungtreibende. Durch Landingpages in einem nachempfundenen App-Design soll die „Call-Back“-Werbung sehr conversion-stark sein – zumal die Interaktion vom Verbraucher selbst ausgelöst wird, der sich im Anschluss persönlich durch ein Call-Center beraten lassen kann, sagt Heiko Kasper.

mobilbranche.de: Sponsormob führt heute ein neues „Call-Back“-Produkt für mobile Werbung ein. Was ist der Unterschied zum bekannten „Click-to-call“, bei dem der Klick auf eine Werbung einen Anruf in einem Callcenter auslöst?

Heiko Kasper: Nicht immer möchten Konsumenten sofort anrufen. Eventuell befinden sie sich in der U-Bahn oder Ähnliches, wo ein ungestörtes Telefonat nicht gewährleistet ist. Daher bietet sich eine Rückruffunktion durchaus an, bei der der Konsument den Zeitraum selbst bestimmen und im Anschluss daran auch kostenfrei kontaktiert werden kann.

mobilbranche.de: Wie kann man sich die neue Werbeform optisch vorstellen – ist das eine Art „App in der App“?

Heiko Kasper: Wir optimieren immer wieder unsere eigenen Landingpages und die unserer Kunden. Hierbei haben wir festgestellt, dass sich Landingpages in einem nachempfundenen App-Design als sehr conversion-stark erwiesen haben. Daher haben wir dies auch bei unserem Call-Back-Produkt angewendet und sehen erste gute Resultate. Der Konsument kann daher in wenigen optimierten Schritten seinen Rückrufwunsch mitteilen und ggf. weitere vertriebsrelevante Fragen beantworten. Vertriebsrelevant ist beispielsweise in der Telekomindustrie die durchschnittliche Gesprächsdauer des Kunden pro Monat. Dadurch lässt sich dann der passende Vertrag für den jeweiligen Konsumenten ermitteln. (Der Click-Flow für die Call-Back-Funktion wird in der folgenden Grafik ersichtlich, zum vergrößern einfach die Grafik anklicken.)

mobilbranche.de: Was versprechen Sie sich von „Call-Back“ generell?

Heiko Kasper: Wir gehen davon aus, dass sich hierbei eine Vielzahl von positiven Ergebnissen erzielen lassen, da wir mittlerweile eine hohe mobile Internetnutzung durch Smartphones haben – es ist also genügend performance-orientierter Traffic vorhanden und bietet daher viel Spielraum für neue Performance-Produkte. Zudem bietet das Produkt Call-Back, als vom Konsumenten initiierte Interaktion, in Verbindung mit der persönlichen Beratung im Call-Center eine Chance auf entsprechend positive Verkaufszahlen für den Werbekunden.

Eine Win-Win Situation dem Grunde nach. Der Werbekunde erhält interessierte, frische und Double-Opt-In bestätigte Konsumenten. Der Konsument erhält im Gegensatz dazu eine Beratung zu einem Produkt, das ihn wirklich interessiert. Darüber hinaus werden dem Advertiser durch das Targeting auf bestimmte Telefone, Betriebssysteme oder Mobilfunkprovider weitere vertriebsrelevante Informationen bereitgestellt und die Kampagnen können dementsprechend geplant und angepasst werden.

mobilbranche.de: Für welche Produkte bietet sich diese Werbeform vorrangig an? Und können Sie schon Referenzkunden nennen?

Heiko Kasper: Natürlich ist solch ein frischer und qualitativ hochwertiger Lead nicht unbedingt preiswert, so dass vor allem Industrien, die auf eine gute und vor allem langfristige Kundenbindung bauen, an dieser Form der Werbung Interesse haben, wie beispielsweise Versicherungen, Fitness-Center, Entertainment Produkte u.v.m. Auch Industrien, in denen eine hohe CHURN-Rate (Anmerkung der Redaktion: CHURN steht für Kundenabwanderungen) vorhanden ist, eignen sich sehr gut, was beispielhaft in der Telekomindustrie der Fall ist. Erste Kunden sind in der Testphase und versprechen zweistellige Konversionsraten.

mobilbranche.de: Was ist für Sie als Anbieter von mobiler Werbung denn so interessant an der rein performance-basierten Abrechnung von Werbung? Würden Sie Reklame nicht lieber auch zum Festpreis verkaufen?

Heiko Kasper: In der Zeit der Unternehmensgründung war die Mehrzahl der Mobile-Anbieter rein TKP-orientiert, so dass Sponsormob hier eine Marktlücke als erstes Mobile Affiliate Netzwerk bedienen konnte. Damit, sowie durch Kreation weiterer Produkte und der Ausweitung des gesamten Geschäftsmodells sind wir die letzten Jahre sehr erfolgreich geworden. Nichtsdestotrotz kann man bei genauerer Betrachtung feststellen, dass wir im Punkto Real-Time-Bidding auch TKP-orientiert arbeiten können.

mobilbranche.de: Vor wenigen Wochen hat Sponsormob ein Büro in Austin, Texas, eröffnet. Wie sind die Resonanzen aus dem US-Markt?

Heiko Kasper: Wir sind seit einigen Jahren in den USA aktiv und haben dort auch schon ein paar Technology-Preise gewonnen. Die Eröffnung unseres Büros in Austin resultiert aus unserem stetigen Wachstum in den USA. Um der erhöhten Nachfrage auch in Service-Fragen gerecht zu werden, war ein Standort in den USA unumgänglich und hilft enorm, die Reaktionszeiten zu verbessern. Letzteres war auf Grund der Zeitverschiebung häufig eine Herausforderung.

mobilbranche.de: Sponsormob bietet seit einiger Zeit Real-Time-Bidding für mobile Werbung an. Welche Bedeutung hat dieses Echtzeit-Verfahren heute und in Zukunft?

Heiko Kasper: Wir messen dem Real-Time-Bidding eine hohe Bedeutung bei, da dies ein weiterer Schritt ist, den Traffic transparent und vor allem in Echt-Zeit für den Kunden zu optimieren und daher eine hohe Chance bietet, tatsächlich kosteneffizient für den Werbekunden zu agieren. Natürlich ist die Verfügbarkeit des Real-Time-Bidding bisher nicht für jeden Publisher gewährleistet, aber wir sehen in den USA und auch in Europa einen entsprechenden Anstieg der Reichweite; in Deutschland gibt es bereits RTB Traffic.

mobilbranche.de: Welche neuen Trends sehen Sie generell bei mobiler Werbung und wo kommt Sponsormob hier ins Spiel?

Heiko Kasper: Moment, kurz die Glaskugel, gezückt! Wir sehen großartige Entwicklungen beim Ansprechen von Konsumenten durch Video- Ads und Rich Media. Sicherlich werden wir auch hier entsprechende Produkte anbieten. Des Weiteren setzen wir verstärkt auf diverse Leadgenerierungsverfahren wie Click-to-Call, Callback, aber auch via E-Mail. Dabei sehen wir Mobile RTB als zukünftig wichtige Trafficquelle an. Allerdings ist Mobile RTB aus unserer Sicht immer noch ein dynamischer Trend, da noch nicht alle Publisher dieses Verfahren hierzulande einsetzen.

mobilbranche.de: Vielen Dank für das Interview!

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