Googles Motorola-Übernahme bewegt die Branche.

von Florian Treiß am 16.August 2011 in Geräte, News, Ökosysteme

Transaktion mit Fragezeichen: Google hat gestern überraschend den Kauf von Motorolas Handy-Sparte für 12,5 Mrd Dollar bekanntgegeben – und wirft damit die Frage auf, was das primäre Ziel der Akquisition ist und wie es mit Android weitergeht. Google beeilt sich dabei zu betonen, dass Android weiter offen für alle Hersteller bleibt – und hat dafür Statements von den CEOs der wichtigsten Android-Partner HTC, LG, Samsung und Sony Ericsson eingesammelt, die betonen, wie toll sie es fänden, dass Google durch den Erwerb von Motorola das Ökosystem Android „verteidigt“. Denn offiziell begründet Google den Motorola-Kauf v.a. damit, dass somit 17.000 wichtige Patente in seine Händen fallen, die als Verhandlungsmasse im Kampf mit den Rivalen Apple und Microsoft dienen sollen. Da allerdings Google dank dem Kauf künftig auch Smartphones und Tablets aus einer Hand anbieten kann, die perfekt auf Android abgestimmt sind, und damit dem Apple-Modell nahe kommt, dürften Googles Hardwarepartner tatsächlich „nicht besonders begeistert sein“, so Carolina Milanesi, Analystin beim Marktforscher Gartner. „Samsung und HTC werden sich jetzt stärker auf Windows Phone konzentrieren“, glaubt Francisco Jeronimo, Analyst bei IDC. Google wagt also einen „gefährlichen Spagat“, wie Thomas Heuzeroth in der „Welt“ kommentiert. Auch Axel Postinett vom „Handelsblatt“ hält den Kauf für einen „gefährlichen Deal“ und legt das Augenmerk auf die „beeindruckende Risikoprämie“ von 2,5 Mrd Dollar, die Google bereit ist an Motorola zu zahlen, sollte der Deal am möglichen Gegenwind der Kartellbehörden scheitern. Diese müssen nämlich noch zustimmen, was frühestens Ende des Jahres geschehen dürfte. Götz Hamann von der „Zeit“ warnt angesichts des „Kalten Kriegs zwischen Google, Apple und Microsoft“ wiederum vor „einem Abwehrkampf, der alle schwächen wird“. Mobile-Beraterin Heike Scholz hält die Übernahme für einen „Affront gegenüber den anderen Partnern“ und schreibt von einem „Eingeständnis, dass nur Plattform plus Hardware funktioniert“.
„FTD“, S. 1 (Analysten), welt.de (Heuzeroth), handelsblatt.com (Postinett), zeit.de (Hamann), mobile-zeitgeist.com (Scholz)

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